Die beste Theateraufführung des Jahres

Jeder einzelne, der mehrmals jährlich ins Theater geht, hat seine eigene Meinung, was die beste Theateraufführung des Jahres war. Und wie das nun mal so ist, sind die Meinungen so unterschiedlich wie die Aufführungen selbst. Jemand der auf klassisches Theater steht, wird oftmals Probleme mit zeitgenössischen Aufführungen haben. Das Gleiche gilt natürlich auch in umgedrehter Richtung. Gut, dass es überall Kritiker- und Publikumspreise gibt, welche jährlich die Theateraufführung wählen.

Der Österreichische Theaterpreis ist der seit dem Jahr 2000 existierende Nestroy Theaterpreis, welcher nach dem österreichischen Dramatiker, Sänger und Schauspieler Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy benannt wurde. Jährlich vergeben Theaterkritiker diesen Preis im mehreren Kategorien.

Die beste Aufführung

The ridiculous darkness„Die lächerliche Finsternis“ war der überraschende Gewinner der Auszeichnung. „Die beste Aufführung“,das von Wolfram Lotz geschriebene Stück, ist eigentlich als Hörspiel konzipiert und eine Fortsetzung des Joseph Conrad Romans „Herz der Finsternis“. Nach dem Erfolg der Premiere im Wiener Akademietheater musste man aufgrund des großen Zuschauerinteresses in das Burgtheater umziehen. Eine Besonderheit ist, dass der Zuschauer selbst entscheiden kann, ob er eine Pause machen will. Eigentlich ist eine Unterbrechung von 20 Minuten vorgesehen. Währenddessen werden aber große Teile der hölzernen Kulissen sichtbar auf der Bühne zersägt, sodass die wenigsten Zuschauer den Theatersaal verlassen.

In der Geschichte des Nestroy Preises waren sich die Kritiker und Juroren selten so einig wie in diesem Jahr. So wurde das Stück von der renommierten Theaterzeitschrift „Theater Heute“ zum besten „deutschsprachigen Stück des Jahres“ gewählt. Zudem bekam „Die lächerliche Finsternis“ auch den Preis für das beste Bühnenbild.

Stephanie Reimsberger bekam für ihre Rolle den Preis für die beste Nachwuchsschauspielerin und gleichzeitig wurde sie als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet. Dies ist in der 15-jährigen Geschichte der Preisverleihung noch nie vorgekommen.

„Die lächerliche Finsternis“ ist der Beweis, dass auch moderne Inszenierungen mit zeitkritischen Handlungen bei den Liebhabern des klassischen Theaters durchaus gut ankommen können.